Nachhaltigkeit & Qualität

100% recycelte PET-Flaschen

Die Konsumenten beschäftigen, sich immer mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit und Recycling. ALPQUELL füllt seit Anfang 2020 das Alpenmineralwasser nur noch in 100% recycelte Flaschen ab und schont dabei die Umwelt. Was genau bedeutet Recycling? Können wir als Konsument den Recycling-Kreislauf unterstützen?

Georg Laesser ist Head of Recycling der Firma ALPLA

Georg Lässer (Head of Recycling ALPLA Group)

09. Oktober - 10 Minuten Lesezeit

RECYCLINGFACTS

Wir konnten ein interessantes Interview mit Georg Lässer (Head of Recycling ALPLA Group) führen, der uns mit in die Detail-Welt des Recyclings nahm.

ALPLA Group ist ein global tätiges Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich, das Kunststoffverpackungen herstellt. Das Thema Recycling liegt der Firma am Herzen und mit einem eigenen Recyclingwerk sowie konsequenter Abfallvermeidung in allen Werken unterstützen sie die Prozesse.

Das Interview liefert uns mehr Facts über das Thema Recycling. Hier erfährst du unter anderem, wie du den Recycling Kreislauf unterstützen kannst.

Welche Bestandteile einer PET-Flasche werden recycelt?

Die Flasche an sich verarbeiten wir in unserem Werk wieder zu hochwertigem rPET. Die Etiketten oder auch die Verschlüsse sowie andere Störstoffe (Fremdstoffe) werden im mechanischen Recyclingprozess vom PET getrennt und einer anderen Verwertung zugeführt.

Erklären Sie kurz den Recyclingablauf.

Die gebrauchten Flaschen kommen vorsortiert nach Farbe und Material, in Ballen gepresst, zu uns ins Werk. Die Ballen werden geöffnet, sie zerfallen in einzelne Teile und danach wird das Material automatisch sortiert. Ein Magnet zieht Metall heraus, Folien werden aussortiert und mit Nahinfrarot-Sortieranlagen wird PET von anderen Kunststoffen gesondert. Zusätzlich wird noch händisch nachsortiert. Im nächsten Schritt werden die Flaschen zerkleinert und mittels Schwimm-Sinkverfahren nach Dichte getrennt – hier separiert sich das Material HDPE der Verschlüsse vom PET der Flasche. Anschließend werden die sogenannten Flakes (Plastik-Flocken) zweimal heiß gewaschen, um sie von Kleberückständen und anderen Oberflächenverunreinigungen zu reinigen. Bei der finalen Sortierung werden über optische Sortierverfahren farbabweichende Flakes und letzte Verunreinigungen entfernt. In der Extrusion (Kunststoff wird in einem kontinuierlichen Verfahren durch Düsen gepresst) werden die Flakes getrocknet, aufgeschmolzen und wieder zu Granulat verarbeitet. Durch das spezielle Verfahren, den definierten Inputstrom sowie unsere interne Qualitätskontrolle wird sichergestellt, dass das Material lebensmitteltauglich ist. Hier gibt es strenge Vorschriften auf EU- und nationaler Ebene, die wir in jedem unserer Betriebe einhalten.

Das Video von ALPLA Group zeigt dir den Recyclingprozess einer PET Flasche.

Wie kann der Konsument den Recycling-Kreislauf unterstützen?

Die erste wichtige Maßnahme ist die Kaufentscheidung. Wenn ein Konsument zu Verpackungen mit Recyclinganteil greift und die richtigen Marken wählt, entsteht automatisch erhöhter Bedarf für Recyclingmaterial – das fördert die Kreislaufwirtschaft. Konsumenten müssen verstehen, dass gebrauchte Verpackungen kein wertloser Müll, sondern wertvolle Wertstoffe sind. Durch richtiges Trennen, Entsorgen und Recyceln bleiben die Wertstoffe dem Materialkreislauf erhalten. In unserem Fall bedeutet das: Leergetrunkene PET-Flaschen müssen unbedingt im Gelben Sack oder in der Gelben Tonne entsorgt werden. Dann kommen sie als Ballen wieder zu uns ins Recyclingwerk, wir machen lebensmitteltaugliches Granulat, das zu neuen Flaschen verarbeitet werden kann. Oft hört man, dass das Material aus dem gelben Sack ohnehin verbrannt wird – das ist definitiv nicht richtig. Dafür sind die Wertstoffe viel zu kostbar für die Industrie.

Leere PET-Flaschen sollten nicht im Restmüll und schon gar nicht in der Umwelt entsorgt werden.

Das Video von ALPLA Group gibt Einblick in den Recycling-Prozess.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Recycling-Systeme in Österreich und Deutschland?

In Deutschland gibt es ein Pfandsystem für PET-Getränkeflaschen. Das wird derzeit auch für Österreich diskutiert. Als Recyclingbetrieb sind wir sehr daran interessiert, dass wir möglichst viel Post-Consumer-Material (Kunststoff Abfall von Verbrauchern) in möglichst guter Qualität wieder zurückbekommen. Über welche Maßnahmen das zu erreichen ist, muss genau abgewogen werden. Wenn man in Österreich zum Beispiel nach Vorarlberg blickt, sieht man, dass hier bereits über das System Gelber Sack die von der EU vorgeschriebenen Quoten erreicht werden. Wäre die Sammeldisziplin in ganz Österreich so hoch, könnte man sich die aufwändige und kostenintensive Einführung eines Pfandsystems sparen.

Warum denken die Konsumenten, dass Glasflaschen umweltfreundlicher sind als recycelter Kunststoff?

Das Image von Kunststoff hat aufgrund der Umweltverschmutzung in den letzten Jahren sehr gelitten. Viele Menschen glauben nun, dass Materialien wie Glas oder Metall besser für die Umwelt sind. Wichtig ist, dass man zwischen Umwelt- und Klimaschutz unterscheidet. In der Natur sollte keine Verpackung landen, weder aus Glas noch aus Kunststoff. Verpackungen müssen richtig entsorgt und wiederverwertet werden. Was viele Konsumenten nicht wissen, ist die Tatsache, dass Glas oder Metall in vielen Anwendungsbereichen eine schlechtere Ökobilanz haben als Kunststoff. Denn Kunststoff ist sehr leicht, er schmilzt bei wesentlich niedrigeren Temperaturen als Glas oder Metall und kann daher besonders ressourceneffizient verarbeitet und recycelt werden. Ich kann Ihnen eine konkrete Zahl aus unserem Recyclingwerk nennen: Das rPET, das wir in Wöllersdorf mit Ökostrom produzieren, verursacht 90 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als Neuware. Der Einsatz von Recyclingmaterial ist damit ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz.

Wichtig wäre hier nochmals zu erwähnen

Jeder von uns als Konsument kann zwei sehr elementare Beiträge zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft leisten:

  1. Kaufentscheidung für oder gegen eine Verpackung mit Recyclinganteil treffen. Die meisten Verpackungen, die Recyclingmaterial beinhalten, loben das auch auf dem Etikett aus.
  2. sachgerechte Entsorgung von Verpackungen im gelben Sack oder in der gelben Tonne Recycling von Wertstoffen unterstützen.

Wir bedanken uns nochmal recht herzlich bei Georg Lässer und hoffen, dass wir euer Wissen mit vielen wichtigen Facts erweitert haben.